Erste Hilfe bei Gelenkschmerzen im Finger

Veröffentlicht auf von Hannemann Inge

Gelenkschmerzen in den Fingern können außerordentlich schmerzen und irritierend sein. Was sind die Ursachen und welche erste Hilfe verspricht Erfolg?

Welche Erkrankungen bringen Gelenkschmerzen in den Fingern mit?

Krankheiten

Am Bekanntesten ist die Fingerarthrose. Hier bilden die einzelnen Finger, häufig End- und Mittelgelenk sogenannte Knötchen. Unter Arthrose ist eine degenerative verschleißbedingte Erkrankung des Gelenks zu verstehen. Sind die Endgelenke betroffen, so spricht man von einer Heberden-Arthrose mit Heberden-Knötchen. Betrifft die Arthrose die Fingermittelgelenke, so wird diese als Bouchard-Arthrose bezeichnet.

Helfen kann zunächst eine Kühlung mit Coolpacks, um eine akute Schwellung zu beruhigen und die begleitende Erhitzung der Gelenke zu kühlen. Manche Menschen neigen zum Gegenteiligen. Hier hilft dann Wärme über warmes Wasser, Wärmflaschen oder warme Handkissen. Dieses ist jedoch zunächst der Erste-Hilfe-Schritt. Eine eventuelle dauerhafte Schmerzlinderung ist damit kaum möglich. So kann auf Naturmittel wie die Teufelskralle oder herkömmliche Schmerzmittel aus der Reihe der NSAR in Tablettenform oder Salben zur Lokalanwendung zurückgegriffen werden. Bekannteste Mittel dazu sind die Voltaren-Salben, Ibuprofen oder Diclofinac.

Die Arthritis

Eine häufige Begleiterscheinung ist die rheumatoide Arthritis. Auch diese neigt dazu, besonders die Finger zu befallen. Die Gelenke entzünden sich und schwellen an. Was ist Arthritis? Typisch für die Fingerarthritis ist eine Verdickung im Sehnenscheidenbereich des Handgelenkes, auch gerne an den Grundgelenken. Es kommt zur Zerstörung von Gelenken und Sehen, was zu Form- und Achsabweichungen sowie Bewegungseinschränkungen führt.

Auch hier helfen im Sofortfall eine Kühlung der Finger oder Wärme. Diese nehmen jedoch nicht die Entzündungen heraus, so dass zumeist auf die herkömmliche Medizin zurück gegriffen wird. Teufelskralle kann unterstützend sein. Die Palette der Medikamente gegen Gelenkschmerzen in den Händen reichen von Lokalsalben über NSAR, spezielle Rheumamedikamente wie Methrotexat oder den neuen TNF-Blocker Biologicals wie Remicade und Humira.

Bei beiden Erkrankungen ist die Morgensteifigkeit der Finger sehr stark ausgeprägt, so dass zunächst langsam versucht werden sollte, die betroffenen Gelenke zu bewegen, um eine dauerhafte Steifigkeit zu vermeiden.

Maushand-/Arm-Syndrom

Es kribbelt und schmerzt im Arm und in den Fingern. Betroffene arbeiten zumeist sehr viel mit der Maus am Computer. Aus diesen Symptomen hat sich der Begriff der Maushand resp. des Mausarmes entwickelt. Fachbegrifflich nennt es sich das RSI-Syndrom (repetitive-strain-injury-syndrome). Ebenso können Schulterschmerzen oder Schmerzen im Halswirbelbereich auftreten. Massagen, Tapebänder, lokale Salben und das Reduzieren der Arbeit mit der Maus können Abhilfe leisten. Entsprechende ergonomische Mousepads können für die Zukunft ein neues Auftreten oder eine Verschlimmerung vermeiden.

Vorbeugung

Rheumatische Erkrankungen wie die Arthrose und Arthritis sind zumeist nicht heilbar. Jedoch kann mit gut wirkenden Medikamente zum Teil ein Stillstand bewirkt werden. Das Maussyndrom ist gut korrigierbar bei entsprechenden ergonomischen Hilfsmittel. Bei allen Erkrankungen ist Bewegung und leichte regelmäßige Gymnastik anzuwenden.

Weitere Infos gibt es beispielsweise auf der Seite der Rheuma-Liga.

"Viking" Hands

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Hansi 02/22/2012 17:24

Vielen Dank für den aufschlussreichen Artikel! Gelenkschmerzen sind ja heutzutage ein weit verbeietetes Problem und vor allem wenn sie in den Fingern auftreten wird die Feinmotorik ja enorm
eingeschränkt!

Grüße Hansi

inge.hannemann 02/27/2012 19:11



Gern geschehen . Leider sind Gelenkschmerzen ein weit verbreitetes Problem und noch immer wird medizinisch viel
getestet und jeder Mensch reagiert anders - vor allem bei Rheuma.


LG Bloggerin