Kommentar: Hamburger Arbeit droht das Aus

Veröffentlicht auf von inge.hannemann

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Bild: Eingang HAB, Fangdieckstraße, Hamburg


Nun ist es raus. Nun wissen wir Bescheid. Der Hamburger Arbeit-Beschäfigungsgesellschaft mbH (HAB) droht das finanzielle Aus. Gilt doch die HAB in Hamburg als Schwergewicht auf Hamburgs zweiten Arbeitsmarkt, den sogenannten Ein-Euro-Jobs. War der inzwischen aufgestiegene Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) von 1995 bis 2008 Geschäftsführer der HAB. Und nun dieses. Scheele steckt in Not. Es wirkt wie Ironie, dass jetzt ausgerechnet Scheele harte Einschnitte bei der HAB ankündigt. Jahr für Jahr wurden zig Millionen Mark und Euro in die Förderung von Arbeitslosen gepumpt - und die HAB erhielt davon stets das größte Stück. So auch in der Vergangenheit. Von den rund 3000 ausgeschriebenen Ein-Euro-Jobs erhielt sie rund 21 Prozent. Von dem angekündigtem Programm und den damit verbundenen Arbeitsstellen und deren Förderung '40 flankierende SozialbetreuerInnen' bekamen sie 100 Prozent. Nur - warum wurde das Bewerbungsverfahren für die zukünftigen Sozialbetreuer im Januar 2012 eingestellt? Warum wurden potentiellen Bewerbern durch die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) telefonisch abgesagt? Warum gab es für die Bewerber keine Begründung über die Einstellung des Bewerbungsverfahren und deren Ausschreibung? Das lässt die Vermutung aufkommen, dass die BASFI über das finanzielle Chaos der HAB Bescheid wusste. Mit dem Untergang der HAB gehen 190 Mitarbeiter mit. Ungeklärt ist die zukünftige Bezahlung der Mitarbeiter beim Umzug zu den freien Trägern. Bekannt ist, dass die HAB nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt hat - bekannt ist jedoch auch, dass die freien Träger diese Bezahlung nicht leisten können. Eine Ursachenforschung für das Dilemma kann in der ehemaligen und heutigen Geschäftsführung der HAB gesucht werden. Sie kann aber auch in den Einschnitten für die Förderung von Arbeitslosen entdeckt werden. Die Leidtragenden ist nicht die Stadt und deren Sozialsenator - die Leidtragenden sind die Mitarbeiter der HAB und die Arbeitslosen. Vorschlag: Ein Outsourcing für ehemalige Geschäftsführer.

 

Bericht zum drohenden Aus der HAB ... mehr ...

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Frank Neu 05/07/2012 22:15

Augenscheinlich ist es unbekannt, daß die Hamburger Arbeit eine eigene Zeitarbeitsfirma gegründet hat und seine Mitarbeiter in den letzen 5 Jahre hieraus bezogen hat. Die Gehälter weit entfernt vom
öffentl. Dienst, sondern nach IGZ Tarifen.

inge.hannemann 05/07/2012 22:33

Hallo Herr Neu
Nein, mir ist es nicht ganz unbekannt. Allerdings fehlen mir noch Fakten dazu. Leider. Ist ja fast wie bei "Schlecker".
LG