Schlaflosigkeit /- Störung und die Ursachen

Veröffentlicht auf von inge.hannemann

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Irgendwann kann es jeden treffen - die Schlaflosigkeit. Hält diese an, so sollten die Ursachen gesucht werden.

Unter Schlaflosigkeit, auch Isomnie genannt, leiden in Deutschland bis zu 45% gelegentlich oder andauernd. Ein häufiger Grund den Arzt aufzusuchen, um deren Gründe auf den Weg zu gehen. Eine andauernde Schlaflosigkeit bringt den Tag- und Nachtrhythmus durcheinander, so dass sich der Körper nicht mehr wirklich entsprechend erholen kann. Dies kann zu einer überhöhten Gereiztheit, Überspannung, chronische Müdigkeit, Gewichtsabnahme, erhöhte Erregbarkeit, depressive Verstimmung, Konzentrationsstörung und dem damit beginnenden Leistungsabfall und vielem mehr führen. Eine andere Bezeichnung dafür ist die Störung der Schlaf- und Wachregulation.

 

Die Arten der Schlaflosigkeit

 

Es gibt drei Arten von Schlafstörungen: Isomnie (Schlaflosigkeit), Schlafsucht (Hypersomnie) sowie die schlafbezogenen Störungen - Parasomnien. Darunter zählen zum Beispiel das Schlafwandeln und das Zähneknirschen.

Auf weitere Schlafstörungen wie die Schlafapnoe, Narkolepsie (Tagschlaf) oder andere möchte ich hier jetzt nicht eingehen, da diese sehr speziell sind und ein eigenen Platz benötigen.

 

Die Isomnie

 

Bei der Isomnie unterscheiden wir in Ein- und Durchschlafstörungen. Diese zählen zu den häufigsten Schlafproblemen. Das bedeutet, dass es Schwierigkeiten beim Einschlafen oder beim Durchschlafen gibt. 

Erwachsene benötigen im Schnitt eine Schlafdauer von 7-8 Stunden pro Nacht. Ein Kleinkind bis zu 12 Stunden und im Alter kann das Schlafbedürfnis abnehmen. Auch unter der senilen Bettflucht bekannt. Diese Angaben sind sehr individuell, so dass jene auch von der eigenen Persönlichkeit abhängt. Von daher können die Stundenangaben um 1-2 Stunden variieren. 

Um eine körperliche Regeneration für den Körper zu gewährleisten, sollten diese Anzahl der Stunden möglichst wahrgenommen werden. Eine Reduzierung dieser, kann zu den oben genannten Dysfunktionen führen.

Zumeist besteht der gesunde Schlafrythmus aus unterschiedlichen Phasen. Sie erscheinen wellenartig und unterscheiden sich in der Länge und Ausprägung. Die bekannteste Phase ist die sogenannten REM-Phase (Rapid-Eye-Movement), welche sich durch schnelle Augenbewegungen auszeichnet. Diese kann sich in einer Nacht bis zu 3-4 Mal wiederholen und eine Dauer bis zu 20 Minuten haben. Häufig werden damit auch die Träume in Verbindung gebracht und beherrschen zumeist die zweite Hälfte der Nacht. Die andere Phase ist die orthodoxe Phase, die sogenannte Tiefschlafphase, welche besonders für die körperliche Erholung wichtig ist.


Ab wann wird von einer Schlafstörung gesprochen?


Bei der Einschlafstörung spricht man dann von einer einer Störung, wenn diese täglich länger als 30 Minuten andauert.

Bei der Durchschlafstörung wird von einer Störung ausgegangen, wenn diese weniger als 6 Stunden pro Nacht über 3 Nächte innerhalb einer Woche auftreten. 

 

Die Ursachensuche


Zunächst sollte evaluiert werden, welches die Ursachen für die Schlafprobleme sein könnten. Ist dieses der persönliche Stress, bestehen körperliche Ursachen - so wie gerne bei der Schlafapnoe - , das Schnarchen, sind offene oder verdeckte psychosomatische Störungen oder geistig-seelische Probleme vorhanden?

Oftmals kann es sein, dass wir als Menschen nicht abschalten können. Der Geist, die Gedanken, die Sorgen und unsere Ängste "verfolgen" uns mit in den Schlaf. Die Anspannung bleibt auch in der Nacht beim ähnlichem Level wie am Tag. Das Grübeln beginnt, es wird versucht die Problemlösung in der Nacht zu finden. 

Aber ebenso können körperliche Symptome wie Diabetes, Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Schmerzen, Demenz und Durchblutungsstörungen sowie weitere somatische Ursachen von Schlafstörungen darstellen. 

Neben der persönlichen Bestandsaufnahme ist eine Einweisung in ein Schlaflabor über den Hausarzt möglich. Zunächst sollte jedoch eine genaue Bestandsaufnahme in Form einer Anamnese durchgeführt werden. Der Arzt stellt zielgerichtete Fragen, der Patient führt über mehrere Nächte ein Schlaftagebuch, um eventuelle schlafstörende Angewohnheiten zu erkennen. Psychische oder körperliche Erkrankungen sollten zuvor ausgeschlossen sein oder eben als diese erkannt werden.

Im Schlaflabor werden neben den EKG- und EEG-Strömen, auch die unterschiedlichen Schlafphasen mittels eines Kamera und Aufzeichnungen registriert und ausgewertet. 

 

Aufklärung und Beratung

 

Aufklärung und Beratung sind die tragenden Pfosten einer Aufklärung der Schlafprobleme.

 

Schlafhygiene

 

Unter diesem Begriff sind Maßnahmen wie geregelte Schlafzeiten, entsprechende Regulierung der Dunkelheit und der Temperatur (15-18 Grad) im Schlafzimmer sowie ein "Zubettgeh-Ritual" zu verstehen. Dieses kann sehr individuell und auf seine Person gestaltet sein. So zum Beispiel das Lesen eines Buches, beruhigende Aromatherapie mit einer Aromalampe, Meditation, Entspannungsübungen oder oder...Wichtig ist jedoch, dass keine verstärkenden Faktoren der Schlaflosigkeit wie überhöhten Nikotin, Kaffee, Alkohol oder übermäßiges Essen angewendet werden.

 

Entspannungsübungen

 

Entspannungsübungen nach Jacobsen (progressive Muskelentspannung) oder autogenes Training, sind insbesondere bei Stress- oder Konfliktschlafstörungen als hilfreich erwiesen. 

Auch ein entspanntes Yoga kann den eigenen Stresslevel und die innere Anspannung reduzieren.

 

Lichttherapie

 

Diese Methode ist inzwischen wissenschaftlich anerkannt, um Schlafstörungen zu behandeln. Dazu werden täglich eine 1/2 Stunde bis zu 21/2 Stunden Bestrahlungen durch eine LIchtdusche mit sehr starkem Licht durchgeführt. Dieses sollte morgens nach dem Aufwachen geschehen, um so den Körper zu wecken und diesem Energie für den Tag "mitzugeben". Der Körper wird synchronisiert, in dem er mit dem "Wissen" gespeist wird, dass es Tag ist und er kein müdemachendes Melatonin produzieren muss. 

Trotz der wissenschaftlichen Anerkennung, müssen die "Lichtduschen" selber bezahlt werden. 

 

Alternative Medizin / Anwendungen

 

Bevor auf Schlafmedikamente zurück gegriffen wird, sollten alternative Methoden versucht werden. Dieses können die Akupunktur, die Homöopathie und Spurenelemente als Nahrungsergänzungsmittel sein.

 

Schlafmittel

 

Schlafmittel sollten als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden, da diese häufig starke Nebenwirkungen besitzen und die Gefahr einer Abhängigkeit sehr groß ist, so dass ein natürliches Einschlafen oftmals nach 2-wöchiger Einnahme nicht mehr möglich ist. Der Schlafstörungskreislauf vergrößert sich und die damit verbundenen Probleme synchron dazu.

Ebenso werden auch die Schlafrythmen verändert. Die einzelnen Phasen treten nur noch verkürzt auf oder gar nicht mehr. Besonders die REM-Phase ist damit in Gefahr.  Auch kann es am nächsten Morgen zu einem sogenannten Overhang (Überhang) kommen. Die Müdigkeit ist noch vorhanden, die Konzentration vermindert und dadurch kann die Gefahr einer verringerten Reaktionszeit entstehen.

Die Dosis von Schlafmittel müssen zumeist nach einer gewissen Zeit erhöht werden, da die Wirksamkeit nachlässt. 

So wünsche ich allen eine Gute Nacht und eine erholsamen Schlaf.

 

Urheberrecht: Inge Hannemann; Bild: Pixabay

 



Veröffentlicht in Psychologie & Persönlichkeit

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